In diesem Jahr starteten die Sommerferien in Niedersachsen bereits Ende Juni und somit nur wenige Tage nach Mittsommer. Eine ideale Voraussetzung für einen Sommerurlaub in Skandinavien und nördlich vom Polarkreis. Waren wir bei unserem Roadtrip 2007 zum Norkap ausschließlich in Norwegen unterwegs, sollte der Schwerpunkt diesmal in Schweden inkl. einiger Tage Aufenthalt in Stockholm liegen. Allerdings war es Matthias großer Wunsch, auf dem Rückweg wieder einen längeren Teil der Strecke mit den Hurtigruten zurückzulegen, so dass auch ein bisschen Norwegen dabei sein müsste. Von Annikas Freundin aus der Uni bekamen wir den Tipp, ein paar Tage im Abisko Nationalpark zu verbringen, ganz im Nordwesten von Schweden gelegen, kurz vor der Grenze zu Norwegen. Aus diesen Eckpunkten und den nötigen Übernachtungsstopps dazwischen formte sich dann Anfang des Jahres die endgültige Route:
Kiel - Göteborg - Stockholm - Luleå - Abisko - Harstadt <- Hurtigruten -> Bergen - Geilo - Göteborg - Kiel
Los ging es mit der "Stena Scandinavica" am 14. Juli von Kiel nach Göteborg. Nach einem aufregenden ersten Urlaubsabend und einer ruhigen Nacht auf See erreichten wir Göteborg am Montagmorgen bei leichtem Regen. Runter vom Schiff und rauf auf die Schnellstraße nach Stockholm, wo wir am frühen Nachmittag angekommen sind und für vier Nächte im "Comfort Hotel Kista" eingecheckt haben. Hier war das Wetter viel angenehmer als morgens, so dass wir uns nur kurz ausgeruht haben und dann zu einer ersten Erkundungstour ins Stadtzentrum aufgebrochen sind.
In den nächsten drei Tagen haben wir das Freilichtmuseum "Skansen" und das ABBA Museum besucht, die interessanten Bezirke der Innenstadt besichtigt, im Altstadtviertel "Gamla Stan" die Wachablösung am Königspalast beobachtet und lecker gegessen sowie zwei Schiffstouren durch die der Stadt vorgelagerten Schärengebiete gemacht. Und während es sich Annika und die Mädels am letzten Abend mit einem großen Becher Weingummi gemütlich gemacht haben, war Matthias in der Friends Arena (die ganz frisch in Strawberry Arena umbenannt wurde) beim Konzert von Bruce Springsteen und seiner E Street Band.
Am Freitag haben wir uns auf die lange Reise in Richtung Norden und Abisko gemacht. Da diese Strecke für eine Tagestour deutlich zu lang ist, haben wir sie in zwei Etappen aufgeteilt und dazwischen einen Tag Pause in Luleå, Schwedens nördlichster Hafenstadt an der Ostsee, gemacht. Die Stadt ist verhältnismäßig klein, scheint aber bei den Finnen ein beliebter Urlaubsort zu sein, jedenfalls nach der Anzahl der Autokennzeichen zu schließen. Wir haben einen ruhigen Tag rund um das Stadtwäldchen "Gültzauudden" und den dazugehörigen Strand verbracht.
Hier geht's zu der Galerie mit den Bildern aus Stockholm und Luleå: https://www.anny-matze.de/index.php/galerie/1-urlaub/79-sommer-2024-skandinavien/80-kiel-stockholm-lulea
Sonntag ging es weiter Richtung Norden, nach ungefähr zwei Stunden Fahrzeit hatten wir den Polarkreis erreicht und nach weiteren drei Stunden und der Vorbeifahrt an der größten Erzmine Europas in Kiruna waren wir im Nationalpark Abisko angekommen. Nach dem Bezug unserer Ferienhütte haben wir gleich einen ersten Erkundungsrundgang zum See "Torneträsk" und dessen größtem Zufluss "Abiskojåkka" gemacht, der direkt neben dem Nationalparkzentrum auf spektakuläre Art und Weise in den See mündet. Ebenfalls direkt neben dem Nationalparkzentrum liegt ein Haltepunkt der "Erzbahn" von Luleå nach Narvik, die den nördlichsten Streckenabschnitt des normalspurigen Eisenbahnnetzes von Europa bildet und auf der täglich alleine 14 Zugpaare der LKAB (Luossavaara-Kiirunavaara Aktiebolag), der staatlichen Betreibergesellschaft der Erzmine in Kiruna, verkehren.
in den folgenden Tage haben wir bei sommerlichen Temperaturen zwei Wanderungen innerhalb des Nationalparks unternommen, sind jeden Abend am See gewesen und haben die Beine und die Seele baumeln lassen. Matthias hat ein paar Fotos von dem Zugbetrieb auf der Erzbahn gemacht, Annika hat das eine oder Buch verschlungen und die Mädels haben Sachen gemacht, die Mädels so machen ;-). Am Mittwoch ist Matthias zur Besichtigung der Erzmine nach Kiruna gefahren, während die Mädels lieber chillen und Souvenirs besorgen wollten. Am Freitag war dann die Zeit in Abisko schon wieder zu Ende, aber bevor wir nach Harstadt aufgebrochen sind, haben wir noch dem höchsten Berg des Nationalparks, dem "Nuolja" einen Besuch abgestattet. Allerdings nicht zu Fuß, sondern mit dem Sessellift hinauf zur "Aurora Sky Station", von der man einen tollen Ausblick über den See und den nördlichen Teil des Nationalparks hat.
Alle Bilder des zweiten Abschnitts findet ihr hier: https://www.anny-matze.de/index.php/galerie/1-urlaub/79-sommer-2024-skandinavien/81-polarkreis-abisko-harstadt
Am Nachmittag sind wir dann der E10 folgend zunächst nach Narvik und später dann auf die Lofoten nach Harstadt gefahren, wo wir nach einer kurzen Nacht im Hotel am nächsten Morgen um 8:00 Uhr ein Date mit der Hurtigruten Fähre "MS Nordlys" hatten. Am Samstagmorgen hieß es dann ganz früh aufzustehen, denn wir mussten bereits um 7:30 Uhr am Hurtigruten Terminal sein. Das Wetter spielte zum Glück mit und so konnten wir die MS Nordlys schon nach kurzer Zeit am Horizont erkennen - zunächst als winziger Punkt, der aber ziemlich schnell größer wurde. Die Hurtigruten Schiffe sind keine normalen Fähren, d.h. nur der Fahrer fährt das Auto auf das Schiff, der Rest der Familie muss mit dem Gepäck zu Fuß die Gangway nehmen. Das Einchecken ging aber schnell und problemlos, so dass wir ruck-zuck die Kabinen beziehen konnten und um 8:30 Uhr im Restaurant zum Frühstück saßen. Und das Frühstücksbuffet auf den Hurtigruten ist wirklich spitze! Die nächsten drei Tage haben wir dann je nach persönlicher Vorliebe auf dem Panoramadeck mit Buch und Hörspiel im Ohr oder mit der Kamera auf dem Gang unterhalb der Brücke verbracht. Die norwegische Fjord- und Insellandschaft ist traumhaft schön und in der Ruhe auf See kann man wunderbar abschalten. Die Einfahrt in den Trollfjord ist jedes Mal aufs neue spannend und ein Highlight der Reise mit den Hurtigruten.
Aber wie jeder andere Teil unserer Reise ging auch die Fahrt auf der MS Nordlys viel zu schnell vorbei. Am Dienstagnachmittag sind wir in Bergen angekommen und von dort noch 250km nach Geilo gefahren, um dort eine letzte Nacht im Hotel zu verbringen. Die Fahrt bis nach Göteborg wäre ohne Übernachtung viel zu lang gewesen. Die letzte Etappe konnten wir so am nächsten Tag in Ruhe zurücklegen, so dass wir entspannt um kurz vor vier wiederum auf die "Stena Scandinavica" gefahren und so nach zweieinhalb tollen Wochen wieder am Startpunkt unseres Skandinavien Abenteuers angekommen sind.
Alle Bilder des letzten Abschnitts findet ihr hier:https://www.anny-matze.de/index.php/galerie/1-urlaub/79-sommer-2024-skandinavien/82-hurtigruten-geilo-kiel
















